Mittwoch, 25. September 2013

50. Fazit und Reisestatistik

Hier enden nun die aufzeichnungen meiner, beziehungsweise teilweise unserer reise. Es ist kaum in worte zu fassen, wie man dieses 24 wöchige erlebnis in thailand, malaysia, singapur, indonesien, australien, neuseeland, kambodscha, vietnam und laos zusammenfassen könnte. 


Um es kurz zu sagen habe ich so ziemlich alles erlebt, was man erleben kann. Ich habe alle landschaftsformen zwischen dem nördlichen wendekreis und dem südpolarmeer gesehen, etliche kulturen kennen gelernt, bin gewandert, geschwommen, gepaddelt, getaucht, habe roadtrips gemacht, bin fallschirm gesprungen und habe an 68 verschiedenen orten geschlafen.

Es war das größte und schönste erlebnis meines lebens, von dem ich keine sekunde vermissen wollte.


Und was ich an dieser stelle besonders hervorheben möchte:

Ich habe noch meinen reisepass, meine kreditkarte, meine ec-karte, sämtliche anderen dokumente, meine kamera, mein ipad, mein handy, sämtliche anderen gegenstände (bis auf ein paar alte schuhe, dass mir in bangkok geklaut wurde).

Darüber hinaus war ich nur einmal sehr kurz beim arzt, war nie wirklich krank oder verletzt, wurde nie überfallen, bedroht, abgezockt oder gekidnappt, bin noch am leben.

Ich habe meinen traum genauso verwirklicht, wie ich es wollte. 

Und oft weiß man es gar nicht zu schätzen, das eben nichts negatives passiert ist, solange dies der fall ist. Aber gerade bei dem risiko einer solchen reise finde ich das echt beachtlich.


Diese reise hat mich auf jeden fall gebildet, erfahrener gemacht und geprägt. Ich glaube das können meine reisegefährten zumindest teilweise auch behaupten. 

Ich bin selbstständiger, selbstbewusster uns weltoffener geworden, weiß nun, wie es in andern und vor allem ärmeren regionen der welt abgeht. 

Außerdem habe ich mich, vielleicht entgegen der allgemeinen erwartung, von einem relativ naiven idealisten zu einem, vielleicht noch ein bisschen idealistisch denkenden realisten entwickelt. Ich glaube gewisse dinge in der welt verstanden zu haben und sehe sie nun ganz nüchtern und relativiert.


Mit tiefer überzeugung kann ich nun behaupten, dass ich nun den dritten und letzten teil, sowie auch die gesamte reise mit unerwartetem erfolg abgeschlossen habe!! 

Ich bedanke mich bei meinen reisegefährten, vor allem bei timo, aber auch leon und natürlich julia, sowie schließlich auch beim rex, dafür, dass ich diese reise mit ihnen teilen durfte, denn glück ist ja das einzige, dass sich sich verdoppelt, wenn man es teilt. Ich werde die zusammen gereisten abschnitte mit euch nie vergessen!! 

Für mich fängt nun mein physikstudium in stuttgart an, ein komplett neuer, aber kaum minder aufregender lebensabschnitt.


Für alle, die, entgegen meiner erwartung, meinen blog verfolgt und bis hier durchgehalten haben: hut ab und vielen dank dafür!


Hier habe ich noch einmal meine reisestatistiken zusammengestellt:


Zeit:

Offizieller Reisebeginn und -ende: Frankfurt Flughafen

Zeitraum: 06.04.2013 bis 20.09.2013

5,5 Monate

24 Wochen

168 Tage

1 Frühling, 1 Winter, 2 Sommer


Verkehr:

12 Flüge (4 über Nacht; 14 gebuchte Flüge)

7 Langstreckenzüge* (4 über Nacht)

15 Langstreckenschiffe** (3 über Nacht (davon 1 viernächtig))

33 Langstreckenbusse* (5 über Nacht)

9 Ausflugsboote

1 Ausflugsflugzeug

3 gemietete Fahrräder

5 gemietete Roller

2 gemietete Autos

2 gemietete Kanus

7x >10km zu Fuß zurück gelegt

(* Nur Intercity-Verbindungen)

(** Keine Ausflugsboote)


Unterkunft:

46 verschiedene feste Unterkünfte (davon 6 doppelt und 1 dreifach)

2 fahrende Langzeitunterkünfte (Campervan/-auto)

4 Nachtflüge

4 Flughäfen (davon 1 doppelt)

4 Nachtzüge

3 Nachtschiffe

5 Nachtbusse

1 Zelt


Geografie:

9 Länder besucht (Thailand 3x)*

12 Länder betreten (Thailand 3x, Malaysia 2x, Australien 2x)

8 Hauptstädte (Bangkok 5x)*

3 Industrieländer*

4 Schwellenländer*

2 Entwicklungsländer (davon beide gezählt zu "Least Developed Countries")*

7 verschiedene Sprachen*

9 verschiedene Währungen*

Am meisten Entwickelt: Australien; am wenigsten Entwickelt: Laos**

Regionale Hauptreligionen: 4x Buddhismus, 2x Islam, 1x Hinduismus, 2x Christentum

2 Kontinente*

2 Großmeere

4x Überquerung Äquator

1x Überquerung nördlicher Wendekreis

4x Überquerung südlicher Wendekreis

Klimazonen: Tropen, Subtropen, Warmgemäßigt

Vegetationszonen: Immerfeuchter tropischer Regenwald, wechselfeuchter tropischer Regenwald, wechselfeuchter subtropischer Regenwald, warmgemäßigter Laub-, Misch- und Nadelwald, Savanne, Steppe, Halbwüste 

Nördlichster Punkt: Hanoi, Vietnam

Südlichster Punkt: Gore, Neuseeland

Westlichster Punkt: Koh Phi Phi, Thailand

Östlichster Punkt: Le Bons Bay, Neuseeland

Von Deutschland am weitesten entfernter Punkt: Le Bons Bay, Neuseeland 

(* Ohne Flugzeugwechsel und Heimatland)

(** Nach dem Human Development Index)


Finanzen:**

Kosten Insgesamt: 7.593,74 €

Kosten Teil 1 (Thailand bis Indonesien): 2.254,40 €

Kosten Teil 2 (Australien und Neuseeland): 3.775,82 €

Kosten Teil 3 (Thailand bis Thailand): 680,12 €

Kosten Südostasien gesamt (1+3): 2.934,52 €

Zusatzkosten*: 883,40 €

Kosten/Woche Teil 1 (Thailand bis Indonesien): 173,42 €

Kosten/Woche Teil 2 (Australien und Neuseeland): 539,40 €

Kosten/Woche Teil 3 (Thailand bis Thailand): 170,03 €

Durchschnittlicher Faktor zwischen Wochenkosten in SOA und A/N: 3,141 (Pi)

(* Hin- und Rückflug, Krankenversicherung)

(** Gegenstände, die nach der Reise noch gebraucht werden, werden nicht finanziell aufgelistet) 

49. Bangkok Episode Fünf und Heimflug 18.09. bis 20.09.2013

Nachtzug fahren war wieder toll - mit offenen fenstern gemächlich durch die nacht nach bangkok tuckern, statt in einem bus eingezwängt und mit ohrenbetäubender asiatischer musik...

Da julia am nächsten tag geburtstag hatte, wollten wir unbedingt reinfeiern, so bestellten wir ein paar bier und als alle betten um uns herum schon gemacht waren und die anderen leute schliefen, saßen wir immernoch da und warteten auf mitternacht (selbst als unser bett zwangsmäßig gegen zehn uhr gemacht wurde). Als es soweit war hatten wir sogar muffins als geburtstagskuchen, die "feier" im kleinen war echt ganz gut.


Am nächsten morgen kamen wir bei sonnenaufgang im hua lamphong bahnhof an und bestellten uns sogleich beim altbekannten restaurant zwei pad thai zum frühstück. Und obwohl der offizielle check-in unseres hotels erst auf drei uhr nachmittags festgelegt worden war, fuhren wir mal hin, was eine sehr gute entscheidung war, denn die rezeption hat uns trotzdem schon ohne jeglichen aufpreis in das zimmer gelassen.

Das hotel nasa vegas bei der station ramkhamhaeng ist echt eine unglaubliche unterkunft - ein riesiges, wirklich gewaltiges, hotel mit luxuriöser innenausstattung, einem fitnesstudio, saunen, portiers und unglaublich komfortablen zimmer mit jeglicher ausstattung - inklusive badewanne. Und das für nur 5€ pro person (kaum mehr, als in einem sehr low-budget hostel). So richtig verstehen wir das immer noch nicht, wahrscheinlich machen die besitzer ihr geld mit der blanken anzahl an gästen. Jedenfalls war das die perfekte unterkunft für meine letzte nacht und julias geburtstagsnacht.

Doch zuerst hatten wir einen langen mittagsschlaf, der wirklich dringend nötig war. Anschließend gingen wir in die terminal 21 mall bei sukhumvit (mit all den nach städten thematisierten stockwerken) und hatten ein tollen abendessenbuffet. Zum schluss ging es natürlich wieder auf die khao san für die geburtstagsfeier - ein leckerer cocktail bucket, einige bier buckets und bars später hatten wir einen schönen abend hinter uns und ein taxi brachte uns zum hotel zurück.


Der letzte tag der reise brach für mich an, den wir zuerst mit eigentlich nichts verbrachten (bis auf ausschlafen, etwas internet und frühstücken). Gegen nachmittag fuhren wir jedoch noch einmal in die stadt und ich zeigte julia die central plaza und fortune town malls. 

Mit mehr zeit als gedacht kämpften wir uns durch den berufsverkehr zurück zum hotel und schnell weiter zum flughafen.


Nachdem ich mein gepäck aufgegeben und julia verabschiedet hatte, fing nun endgültig meine heimreise an. 

Der erste flug nach colombo (hauptstadt sri lankas) war extrem entspannt, er dauerte nur drei stunden und trotzdem war der flieger überraschenderweise ein großraumflugzeug mit entsprechendem entertainment system und abendessen.

In colombo musste ich nur zwei stunden warten, obwohl sogar nur eine geplant war, aber der zweite flug nach frankfurt war verspätet. Letzterer dauerte zehn stunden, war echt schön und reibungslos, wieder mit filmen, viel essen und toller sicht auf den sonnenaufgang am morgen. 

In frankfurt angekommen war deutschland wieder ganz neu aber doch irgendwie altbekannt für mich, die sprache, währung, sauberkeit und vor allem das wetter - 12 grad mit nieselregen und das immer noch in tshirt, badehose und flip flops. Ich kann kaum sagen, welchen teil der welt ich in dem moment bevorzugt hätte. Deutschland ist sauber, organisiert, und vor allem altbekannt mit all dem, warauf man sich daheim freut, doch kalt, teuer und irgendwie langweiliger und spießiger. 

Beides hat eben seine vor- und nachteile. Doch klar ist: wenn man reist, spielt es keine rolle, wie lang man weg ist, wenn man zurück kommt fühlt es sich an, als wäre man erst gestern hier gestartet und das alles sei nur ein entlos langer traum gewesen. 


So wartete ich dort etwa eine stunde auf den fernbus, der mich zurück nach stuttgart brachte. Dieser kam mir, gerade nach 33 südostasiatischen bussen, extrem sauber, neu und organisiert vor, mit anschnallgurten (gibt es ja in keinem fahrzeug in südostasien), einem sicherheitsvideo (wie im flugzeug) und sogar gratis wlan!!! Und das bei gar nich teuren und typisch deutschen preisen. Und so fuhr ich (leider teilweise im stockenden verkehr) meiner heimat entgegen...

48. Vientiane 14.09. bis 17.09.2013

Die busfahrt nach laos war relativ lang und anstrengend, aber immerhin in einem schlafbus. Das besondere war, dass uns der bus nicht, wie geplant, nach luang prabang, sondern in die hauptstadt vientiane brachte. Stattdessen bekamen wir etwas geld zurück, mit dem wir ein weiteres busticket nach luang prabang hätten kaufen können. Doch da die fahrt, erst entlang des vietnamesischen küstenstreifens nach süden, dann nach osten über die annamitische kordilliere von zentrallaos in zum mekong, was sehr schön uns spektakulär war, relativ lange dauerte (22 stunden) und wir nur noch sehr wenig zeit übrig hatten, wollten wir es mal gemütlicher angehen und entschieden, drei nächte in vientiane zu bleiben...


Laos ist das ärmste und nach dem HDI am wenigsten entwickelte land meiner und unserer reise, knapp hinter kambodscha ebenfalls eines der "least developed countries" der welt, auch umgangssprachlich ein vierte-welt-land. Darüber hinaus ist das ebenfalls sozialistische land mit nur rund sechs millionen einwohnern auf einer fläche weit mehr als halb so groß wie deutschland mit nur 27 einwohnern pro quadratkilometer das mit abstand am dünnsten besiedelte land südostasiens. Dazu kommt, dass fast alle bewohner am ufer des mekong leben und fast das ganze land aus einer komplett wilden tropischen gebirgslandschaft besteht, was nationalparks fast unnötig macht. 

Es gibt im ganzen land nur sehr wenig befestigte straßen und die menschen wohnen meist in zu großen teilen selbst gebauten holzhütten am straßenrand (in der hauptstadt ist das etwas anders).


Nach einer tuktuk fahrt und etwas laufen fanden wir ein schönes und günstiges hostel in der innenstadt und checkten dort ein. Am abend besuchten wir noch den großen nightmarket am mekong, mit seinen kleidungs-, souvenir- und essensständen. 

Am nächsten tag schliefen wir lange auf und besichtigten, leider bei wechselhaftem wetter und teilweise starkem regen, die sehenswürdigkeiten der stadt. Darunter waren unzählige tempel, einer davon sehr beeindruckend mit rund 2000 buddha-statuen, regierungspaläste, denkmäler und das wahrzeichen von laos, eine goldene quadratische stupa aus dem dritten jahrhundert. Gegen ende des tages wurde das wetter deutlich besser und wir verbrachten den zweiten abend wieder am wunderschönen ufer des mekongs mit dem nightmarket, den bars und restaurants, mehreren öffentlichen fitnessgruppen und der uferpromenade. Der mekong ist die grenze zu thailand und so schaut man ständig auf das thailändische ufer, wenn man am fluss sitzt.

Als wir schon zum hostel zurückkehren wollten trafen wir noch zwei jungs aus dem bus von hanoi, die uns zum feiern einluden und so verbrachten wir einen relativ langen abend mit ihnen in einer rooftop-bar und einem club...


Vientiane ist eine durch die kolonialisierung französisch geprägte hauptstadt, die sich wie eine kleinstadt anfühlt. Wenn man dann liest, dass die metropolregion für laos erstaunliche 350.000 einwohner haben soll, kann man das kaum glauben. In nur gerade mal einer stunde kann man den großteil der kernstadt durchlaufen und hat dann so ziemlich alles wichtige gesehen. Die ministerien und firmenhauptsitze sind kleine häuser, die meist maximal zwei oder drei stockwerke haben und der verkehr und lärm ist in dieser stadt relativ erträglich und entspannt.

Beachtlich ist, dass es relativ viele gutverdienende einwohner neben natürlich auch vielen armen einwohnern gibt, da einige recht teure autos an nicht wenigen teuren häusern, die überall in der stadt gesprenkelt stehen, vorbei fahren.

Dies hört kurz hinter den grenzen der stadt wieder auf, wenn die unasphaltierten matsch- und staubpisten die hauptstraßen ablösen.


Am zweiten tag in vientiane mieteten wir uns ein schäbiges fahrrad und fuhren ein bischen den mekong flussaufwärts, also nach westen, entlang durch all die kleinen vorstädte der hauptstadt. 

Das wetter war zwar trocken, aber sehr heiß und anstrengend. Hier fanden wir uns wieder im richtig authentischen südostasien wieder, mit hupenden rollern, frei umherlaufenden hühnern und kühen und hunderten privaten minimärkten, die meist für westliche maßstäbe schrott verkauften.

Auf dem weg machten wir bei einem markt halt und fuhren über die anschließend unbefestigte straße bis zu einer holzbrücke, bis wir wieder umkehrten und in de kleine hauptstadt zurückfuhren. Es war zwar anstrengend und stressig, auch durch den verkehr, aber auch sehenswert und spaßig.

Am selben abend besuchten wir zum dritten mal das mekongufer.


Der letzte tag brach an und wir liefen noch etwas durch die stadt, zu einer elefantenstatue, post und supermarkt, um für die bevorstehende zugfahrt nach bangkok einzukaufen. Die restlichen stunden vor der abholung um drei uhr entspannten wir noch im hostel und verprassten das resliche im ausland wertlose geld. 

Anschließend wurden wir mit einem minibus zum einzigen bahnhof von laos, wenige hundert meter vor der grenze, gebracht, von dem wir mit einem zug über die friendship-bridge über den mekong nach thailand in die grenzstadt nong khai fuhren.

Von dort ging es mit dem nachtzug, um den kreis entgültig zu schließen, zurück nach bangkok...